Interalpine Energie- und Umwelttage Mals 2021

Am 21. und 22. Oktober 2021 wird mit der vierten Auflage der Interalpinen Energie- und Umwelttage erneut eine hochkarätige Fachtagung in Südtirol stattfinden. Expertinnen und Experten aus Südtirol und den umliegenden deutschsprachigen Ländern werden dann im Kulturhaus Mals zusammenkommen, um sich einem wichtigen Zukunftsthema in Vorträgen, Diskussionen und im persönlichen Austausch zu nähern – nämlich der Wasserkraft zwischen Klimawandel und Gewässerschutz. Durch das Programm der beiden Tage werden Bettina Geisseler (Geisseler Law) und Dietmar Thomaseth (Geschäftsführer, TIQU-Tiroler Qualitätszentrum für Umwelt, Bau und Rohstoffe GmbH) führen. Für alle Kurzentschlossenen: Tagungstickets sind beim IBI Euregio Kompetenzzentrum erhältlich!

Im Interview: Walter Gostner, geschäftsführender Gesellschafter Ingenieure PatscheiderPartner

Im Vorfeld dieser Tagung stand Dr. Walter Gostner von PatscheiderPartner für ein Gespräch über die Schwerpunkte der Veranstaltung zur Verfügung.

Benjamin Zwack: Herr Gostner, die 4. Interalpinen Energie- und Umwelttage werden am 21. und 22. Oktober in Mals stattfinden. Ein kurzer Blick auf die Zahlen: Wieviele TeilnehmerInnen aus welchen Ländern und Branchen können wir erwarten?  

Walter Gostner: Wir erwarten zwischen 60 und 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in diesem Jahr, vor allem aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien.

Stromerzeugung ist natürlich ein globales Thema, aber sie kann ganz konkrete lokale Auswirkungen haben. Wo sehen Sie die Wasserkraft aktuell in Südtirol und welche Herausforderungen gilt es zu meistern?   

Wasserkraft ist für Südtirol sehr wichtig. Die Energiefrage darf aber nicht an Provinzgrenzen Halt machen, sie ist ein europäisches bzw. globales Problem. Wir produzieren zwar hier vor Ort mehr als wir verbrauchen, bedenken aber oft nicht, dass wir auch graue Energie brauchen: Unsere Alltagsprodukte wie Autos, Kleidung und Lebensmittel werden oft außerhalb der eigenen Provinz mit hohem Energieaufwand hergestellt. Auch haben andere dicht besiedelte Räume nicht dieselben Möglichkeiten wie wir, Strom aus erneuerbaren Energien herzustellen.  

Deshalb haben wir im Sinne des Klimaschutzes (sofern wir den Klimawandel denn ernst nehmen wollen) die Pflicht, alle Potenziale der Wasserkraft zu erschließen. Es gibt brachliegende Potenziale und es gibt viele Möglichkeiten, bestehende Anlagen zu optimieren.

Inwiefern können die Energie- und Umwelttage hier helfen und vermitteln?  

Die Wasserkraft muss ökologisch sein, d.h. kompatibel zu Fließgewässerlebensräumen und der Landschaft. Die Tagung zeigt verschiedene Ansätze von Rednerinnen und Rednern aus dem gesamten deutschen Sprachraum und aus ganz verschiedenen Hintergründen auf, wie diese oft als Quadratur des Kreises scheinende Herausforderung zu schaffen ist.

Sie selbst befassen sich ganz konkret mit der Planung und Entwicklung von Kleinwasserkraftwerken. Welche Themen sind für Sie auf diesem Gebiet aktuell besonders relevant und welche Entwicklungen können wir hier erwarten?

Wichtige Themen, wo Wissenschaft und Praxis noch Entwicklungspotenzial haben sind für mich vor allem ein besseres Verständnis der Auswirkungen auf die Fließgewässerlebensräume, aber auch bessere Technologien und nicht zuletzt auch die bessere Ausnutzung nach wie vor vorhandener Potenziale. Schließlich möchte ich auch den optimierten Betrieb von Kraftwerken nennen.

Danke für das Gespräch, Herr Gostner!

Das vollständige Tagungsprogramm der Interalpinen Energie- und Umwelttage Mals 2021 ist auf der Seite des IBI Euregio Kompetenzzentrums veröffentlicht. Eine Anmeldung zur Tagung ist dort und per E-Mail an info@ibi-kompetenz.eu möglich!