In Zeiten, in denen klassische Netzwerk-Airlines ihre Kurzstrecken ausdünnen und die Nachfrage nach flexibler Mobilität zugleich wächst, positioniert sich vini als neues, technologiegetriebenes Luftfahrtangebot. Das Start-up tritt mit dem Anspruch an, direkte Flugverbindungen von und zu kleineren Regionalflughäfen ähnlich einfach und planbar zu machen wie klassische Linienflüge.
vini schafft damit eine neue, verlässliche Mobilitätslösung zwischen der häufig sehr kostspieligen Privatfliegerei und den etablierten Netzwerk-Carriern. Im Hintergrund steht eine intelligente Netz- und Angebotsplanung, die dafür sorgt, dass alle angebotenen und buchbaren Flüge auch garantiert stattfinden. Für die Reihe „Zukunft in Bewegung“ haben wir uns das näher angesehen.
Ein neues, disruptives Angebot im Luftverkehr

Kürzlich hatte ich Gelegenheit, mit vini-Gründer Tomislav Lang zu sprechen. Seine berufliche Erfahrung im Bereich Luftfahrt und Airlines ist beachtlich: Für SkyWork, Air Berlin, Condor und Volocopter war er bereits tätig, jetzt hat er neue Ziele: „Wir wollen Reisenden mit vini Zeit schenken und zugleich die Luftfahrt flexibler, angenehmer und dynamischer machen. Konkret bedeutet das auch, dass wir endlich wieder verlässliche, garantierte Mobilität von regionalen Flughäfen ermöglichen.“
Die vini-Plattform (https://www.flyvini.com/de) orientiert sich daher bewusst nicht am traditionellen Linienflugmodell mit starren Zeitplänen und Umsteigeverbindungen, sondern arbeitet mit Hilfe künstlicher Intelligenz und passender Algorithmen. Das System lernt dazu, um die Nachfrage nach Routen und Verbindungen sukzessive vorherzusehen und so zielgerichtet Passagierpooling zu betreiben. Wer „Uber“ und andere Fahrdienstleister auf der Straße kennt, versteht sofort, welch großes Potenzial in vini steckt.
Konkret heißt das: Passagiere können ihre Wunschroute auf der vini-Webseite anfragen und bei ausreichender Nachfrage werden die Flüge realisiert, ganz ohne starre Flugzeiten und Umwege über volle Drehkreuze.
Diese Vielfalt ermöglicht perspektivisch Linienflug-ähnliche Abläufe – also: einfach die Verbindung anfragen und das passende Ticket buchen -, aber auch ein nahezu privates Reisevergnügen, weil von kleinen Plätzen mit besonders kurzen Wegen gestartet und anschließend direkt geflogen wird.
Lückenschluss zwischen Privatfliegerei und großen Netzwerk-Carriern
Tomislav Lang lang führt in unserem Gespräch weiter aus: „Ein zentrales Problem im europäischen Luftverkehr ist die zunehmende Vernachlässigung regionaler Direktverbindungen durch die großen Netzwerk-Airlines. Viele solcher Flüge wurden gestrichen oder führen notgedrungen über große Hubs. vini setzt genau hier an: Mit unserem Fokus auf kleine und mittelgroße Airports wie Mannheim, Hof-Plauen, Berlin-Schönhagen oder Friedrichshafen können wir Direktverbindungen realisieren, die weder Bahn noch Auto in ähnlicher Qualität und Zeit bieten.“ Effizienz, Flexibilität und damit die Rückkehr der Fliegerei „in die Fläche“ stehen damit für den vini-Gründer im Zentrum seines Geschäftsmodells.
Technologie als Enabler: KI-gestützte Nachfragebündelung
Es ist gerade schon angeklungen:
- Ein wesentliches Element hinter dem Konzept ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Analyse von Nachfrageprofilen und dynamischen Flug- und Preisplanungen.
- Anders als klassische Fluglinien plant vini nämlich nicht starr für ganze Saisonen, sondern aggregiert individuelle Nutzerwünsche digital und entscheidet datengetrieben, welche Routen rentabel und sinnvoll sind.
- Dieser algorithmisch unterstützte Ansatz soll helfen, kleinräumige Mobilitätslücken wirtschaftlich zu füllen und die Auslastung von Regionalflügen zu optimieren.
- Damit nähert sich vini dem Ziel an, wie bei der Personenbeförderung am Boden – Stichwort „Uber“ – Mobilität als Service zu verstehen und gezielt zu vermarkten.
Mobility as a service: Wie „Uber“, aber in der Luft
Tomislav Lang bringt den Anspruch des Projekts abschließend auf den Punkt: „Wir wollen gerade geschäftlich Reisenden Zeit schenken! Die Luftfahrt muss und wird dynamischer werden. Genau hier setzt vini an.“ Seine Vision ist damit ein System, das die Vorteile KI-getriebener Planung mit den Bedürfnissen moderner Reisender zusammenbringt.
Der kommerzielle Betrieb startete 2025 mit ersten Verbindungen und soll nun schrittweise erweitert werden. Angedacht sind weitere Destinationen, darunter zusätzliche deutsche Städte und perspektivisch auch europäische Ziele. In der derzeitigen Startphase greift vini bei der Durchführung seiner Flüge auf flYellow zurück, die mit einer Cessna Grand Caravan effizient und schnell unterwegs ist.
Ein neuer Baustein im regionalen, europäischen Mobilitätsmix
Keine Frage: Das Vorhaben von Tomislav Lang und vini ist ambitioniert. Beeindruckend ist es aber bereits jetzt, schließlich geht es um individualisierte Regionalflüge, KI-Unterstützung bei der Auswertung der Fluganfragen und der Ableitung der angebotenen Strecken sowie neue Verbindungen von Regionalflughäfen. Das dürfte in Zukunft so manche Reisepläne vereinfachen und in vielen Fällen deutlich verkürzen. Bei der Personenbeförderung am Boden haben „Uber“ und Co. bereits vorgemacht, wozu Plattformlösungen in der Lage sind. Warum also nicht auch in der Luft …?
