Keine Frage: Die Mobilitätswende ist nicht nur ein technologisches oder infrastrukturelles Projekt. Sie ist vor allem ein gesellschaftlicher Veränderungsprozess. Ob neue Radwege, autofreie Zonen oder der Ausbau des ÖPNV. Ob Innovationen in der Luftfahrt oder neue Konzepte für die Logistik von morgen: Solche Maßnahmen greifen tief in den Alltag der Menschen ein, sind auf die ein oder andere Art disruptiv und komplex – stoßen also nicht selten (erst einmal) auf Widerstand. Hier kommt der strategischen Akzeptanzkommunikation eine zentrale Rolle zu.
Warum Akzeptanzkommunikation unverzichtbar ist
Akzeptanz entsteht nicht durch bloße Information, sondern durch Dialog, Transparenz und Partizipation. Und am Ende durch Vertrauen in einen innovativen, bisher unbekannten Ansatz bzw. ein neues Produkt. Dazu kommt eine weitere, nicht zu unterschätzende Funktion: Veränderung kann für Ablehnung oder gar für Konflikte sorgen. Beides muss frühzeitig erkannt und unterschiedliche Interessen angemessen berücksichtigt werden. Positive, aktive – oder besser: aktivierende – Kommunikation, die Zusammenhänge anschaulich erläutert und verschiedenen Perspektiven Raum gibt, ist dazu ein wesentlicher Baustein gelungener Akzeptanzkommunikation.
Strategische Verankerung in der Unternehmenskommunikation

Akzeptanzkommunikation muss integraler Bestandteil der Unternehmensstrategie sein. Wichtig dabei: Akzeptanz lässt sich weder verordnen noch herbeireden oder „einkaufen“.
Vielmehr muss die Unternehmenswirklichkeit mit der internen wie externen Kommunikation übereinstimmen . Dies erfordert eine authentische und wahrhaftige Kommunikation, die auf den Dialog mit Stakeholdern setzt – und dabei Komplexität verständlich macht.
Gelungene Projekt lassen sich am gesellschaftlichen Rückhalt messen
Wie bei vielen anderen Themen auch: Die Mobilitätswende gelingt nur mit den Menschen, nicht gegen sie. Innovationen in Luftfahrt und Logistik müssen verstanden werden. Vertrauen in neue Ansätze müssen sich entwickeln können. Akzeptanzkommunikation ist daher der Schlüssel, um Veränderungen nicht nur zu vermitteln, sondern gemeinsam zu gestalten.

Das heißt: Akzeptanzkommunikation muss als strategisches Instrument begriffen und konsequent in die Kommunikationsarbeit integriert werden. Denn wer Mobilität transformieren will, entwickelt nicht nur neue Lösungen, bessere Infrastruktur oder innovative Verkehrskonzepte, sondern braucht ganz besonders Vertrauen, Verständnis und Beteiligung. Erfolgreiche Mobilitätsprojekte der Zukunft werden deshalb nicht unbedingt daran gemessen, wie schnell sie geplant wurden, sondern daran, wie tragfähig ihr gesellschaftlicher Rückhalt ist.
Zum Autor: Benjamin Zwack ist als Theologe und Kommunikationsexperte seit 20 Jahren in der Unternehmens-, Krisen- und Akzeptanzkommunikation tätig. Er betreute erfolgreich bereits eine Vielzahl von Projekten aus Mobilität, Logistik, Luftfahrt, Sport und Verbandsarbeit. Zudem ist Benjamin Zwack regelmäßig als Moderator von Workshops und Vernetzungstreffen sowie als Keynote-Speaker im Einsatz. Er ist ausgebildeter Online-Marketing-Manager der Deutschen Presseakademie Berlin, verfügt über das Professional Certificate in Sustainable Business Tourism des Global Sustainable Tourism Council (GSTC) und absolvierte erfolgreich die Masterclass Sustainability Communication Strategies der London School of Economics (LSE). Benjamin Zwack ist Mitglied im Impact Hub Trento.
Foto 1: Benjamin Zwack, Foto 2: Sebastian Herrmann / unsplash.com, Foto 3: Christian Straub / talkingvisual.de
