Kürzlich konnte ich mich ausführlich mit André Schuster, dem Gründer und Geschäftsführer der IntPro-Group sowie der verbundenen IntPro-mobility „Interior Products for mobility“, austauschen.
Das Gespräch war für mich gleich in zweifacher Hinsicht besonders aufschlussreich: Zum einen ist André Schusters Arbeitsgebiet ausgesprochen spannend: Wie kann es gelingen, attraktive und zeitgemäße Fahrzeuginnenräume im ÖPNV zu schaffen? Zum anderen berichtete er äußerst kenntnisreich von Zielkonflikten, die sich bei seiner Arbeit beinahe unweigerlich auftun und ihn und sein Team immer wieder vor neue Herausforderungen stellen.
Fest steht für mich: Wenn öffentlicher Verkehr innovativ und intelligent gedacht werden soll, dann immer von der NutzerInnenperspektive. Und da kann André Schuster ohne Zweifel viel Positives beitragen! Viel Vergnügen bei einem weiteren Interview meiner Reihe „Zukunft Mobilität in Bewegung“.
Benjamin Zwack: Wenn wir über die Mobilität der Zukunft sprechen, geht es häufig um neue Antriebssysteme, Digitalisierung oder gar autonomes Fahren. Der Innenraum steht dagegen eher selten im Mittelpunkt. Welche Bedeutung hat aus Ihrer Sicht der Fahrzeuginnenraum im ÖPNV, damit Menschen Bus und Bahn gerne nutzen, und wo sehen Sie dabei noch Potenzial?
André Schuster: Der Fahrzeuginnenraum ist weit mehr als nur die innere Hülle eines Verkehrsmittels. Er prägt maßgeblich das Reiseerlebnis und beeinflusst, ob Menschen öffentliche Verkehrsmittel als attraktiv, komfortabel und vertrauenswürdig wahrnehmen. Neben funktionalen Anforderungen gewinnen Aspekte wie Orientierung, Aufenthaltsqualität, Hygiene und ein verlässliches Sicherheitsgefühl zunehmend an Bedeutung. Fahrgäste möchten sich willkommen fühlen und während ihrer Reise ein Umfeld vorfinden, das praktisch, angenehm und vertrauenswürdig zugleich ist.

Besonders großes Potenzial sehen wir in der konsequenten Nutzerorientierung. Der demografische Wandel, eine älter werdende Gesellschaft sowie die Anforderungen von Familien mit Kindern und Personen mit Mobilitätseinschränkungen erfordern Innenräume, die komfortabel, intuitiv und für möglichst alle Menschen zugänglich sind. Wer die Bedürfnisse der Fahrgäste konsequent in den Mittelpunkt stellt, schafft nicht nur bessere Reiseerlebnisse, sondern trägt auch dazu bei, mehr Menschen langfristig für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen. Das gilt gleichermaßen für den ÖPNV, den SPNV und den Fernverkehr.
Benjamin Zwack: Direkt im Anschluss daran eine persönliche Frage: Was treibt Sie persönlich an und woher speist sich die Leidenschaft bei der Gestaltung und Weiterentwicklung moderner Mobilitätsräume?
André Schuster: Unsere Leidenschaft entsteht aus der Überzeugung, dass Mobilität weit mehr ist als das Zurücklegen von Strecken. Menschen verbringen täglich einen Teil ihres Lebens unterwegs – auch in Bussen und Bahnen. Genau deshalb haben Innenräume einen direkten Einfluss auf das Nutzungserlebnis, das persönliche Wohlbefinden und die Wahrnehmung des öffentlichen Verkehrs.
Uns begeistert die Verbindung von Technik, Design und Funktionalität. Gleichzeitig motiviert uns die Möglichkeit, gemeinsam mit Herstellern, Betreibern, Industriedesignern und Partnern Lösungen zu entwickeln, die langfristig einen echten Mehrwert für unsere Gesellschaft schaffen. Was uns antreibt, ist die Vorstellung, Mobilität für alle Menschen angenehmer, sicherer und zugänglicher zu gestalten. Wenn unsere Lösungen dazu beitragen, dass sich Fahrgäste sofort willkommen und wohl fühlen, Fahrzeuge länger und wartungsfreundlicher nutzbar bleiben und Betreiber langfristig damit wirtschaften können, dann haben wir unser Ziel für alle erreicht.
Benjamin Zwack: Die IntPro-Group und somit die IntPro-mobility begleitet Projekte von der Material- und Produktentwicklung über Brandschutz- und Sicherheitszertifizierung, sowie bei der Erstausstattung bis hin zum Redesign und zur Instandhaltung im Betrieb. Wo liegen heute aus Ihrer Erfahrung die größten Herausforderungen bei der Entwicklung und Lieferung moderner Bus- und Bahninnenräume sowie bei der Konfiguration von Erstausstattungen?

André Schuster: Die größte Herausforderung besteht darin, unterschiedlichste Anforderungen gleichzeitig zu erfüllen. Betreiber erwarten wirtschaftliche, langlebige und wartungsfreundliche Lösungen, während Fahrgäste eine angenehme, gepflegte und vertrauenserweckende Umgebung voraussetzen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Brandschutz, Nachhaltigkeit, Hygiene und Barrierefreiheit. Moderne Innenräume müssen höchste technische Standards erfüllen, dabei über viele Jahre hinweg zuverlässig funktionieren und zugleich attraktiv bleiben.
Hinzu kommt, dass Innenräume heute für eine deutlich vielfältigere Nutzergruppe entwickelt werden müssen. Verschiedene Altersgruppen, unterschiedliche Mobilitätsanforderungen und veränderte Erwartungen an das Reiseerlebnis erfordern Lösungen, die technisches Verständnis und echte Nutzerorientierung miteinander verbinden.
Genau an dieser Schnittstelle aus Technik, Materialkompetenz und Nutzerbedürfnissen sieht die IntPro-mobility ihren Beitrag: Wir unterstützen unsere Kunden und Partner dabei, Lösungen zu entwickeln, die technisch, wirtschaftlich und gestalterisch gleichermaßen überzeugen.

Benjamin Zwack: In unserem Vorgespräch haben Sie anschaulich geschildert, dass Ihr an der Schnittstelle zwischen Design und Technik arbeitet. Nicht alles, was gut aussieht, ist technisch sinnvoll oder auch umgekehrt. Denn Materialien und Produkte im Fahrzeuginnenraum müssen heute sehr unterschiedliche Anforderungen gleichzeitig erfüllen: Sicherheit und Brandschutz, Langlebigkeit, Reinigungsfähigkeit, Komfort, Design und zunehmend auch Nachhaltigkeit. Wo entstehen dabei Zielkonflikte?
André Schuster: Zielkonflikte entstehen nahezu in jedem Projekt. Materialien sollen hochwertig wirken, langlebig, leicht zu reinigen, nachhaltig und gleichzeitig wirtschaftlich sein. Diese Anforderungen lassen sich nicht immer vollständig miteinander vereinbaren. Besonders deutlich wird dies beim Zusammenspiel von Gestaltung, Haptik und technischer Performance. Ein Material kann optisch überzeugen und sich hochwertig anfühlen, erfüllt aber möglicherweise nicht alle Anforderungen hinsichtlich Brandschutz, Verschleißfestigkeit oder
Reinigungsfähigkeit.

Auch Nachhaltigkeit stellt die Branche vor neue Herausforderungen. Der Wunsch nach ressourcenschonenden Lösungen ist absolut richtig, muss jedoch mit Vorgaben zu Lebensdauer, technischer Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit in Einklang gebracht werden. Unsere Aufgabe bei der IntPro-Group besteht darin, die optimale Balance zu finden. Die besten Lösungen entstehen dort, wo technische Sicherheit, wirtschaftliche Vernunft, Ressourcenschonung, Langlebigkeit, Einsatzfähigkeit und ein positives Fahrgasterlebnis zusammenkommen.
Benjamin Zwack: Wagen wir einen Blick zehn Jahre voraus: Wie wird sich der Innenraum eines Busses oder Zuges bis dahin verändern? Welche Entwicklungen werden aus Ihrer Sicht den ÖPNV der Zukunft besonders prägen?
André Schuster: Wenn wir über den Innenraum von Bussen und Bahnen in zehn Jahren sprechen, geht es aus unserer Sicht weniger um die Frage, welche Technologien dann verfügbar sein werden. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Wie sollen sich die Menschen im öffentlichen Verkehr in zehn Jahren fühlen?
Die Entscheidungen, die wir heute bei Materialien, Raumkonzepten und Ausstattung treffen, bestimmen maßgeblich das Reiseerlebnis von morgen. Soll der öffentliche Verkehr lediglich als funktionale Notwendigkeit wahrgenommen werden oder als einladender Raum, in dem Menschen sich gerne aufhalten?
Wir sind überzeugt, dass die erfolgreichsten Innenraumkonzepte künftig noch stärker am Menschen orientiert sein werden. Fahrgäste möchten sich leicht orientieren können, ein gepflegtes Umfeld vorfinden und eine Gestaltung erleben, die Wertschätzung vermittelt. Gleichzeitig müssen Innenräume den Anforderungen einer vielfältigen Gesellschaft gerecht werden und für unterschiedliche Altersgruppen sowie Personen mit unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen möglichst gleichermaßen nutzbar sein.
Letztlich gestalten wir heute die Mobilität für morgen. Deshalb sollten wir nicht nur darüber nachdenken, wie Fahrzeuge künftig fahren, sondern vor allem darüber, wie Menschen ihre Reise erleben sollen. Denn die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs entscheidet sich nicht allein auf der Strecke, sondern vor allem in der Einsatzfähigkeit und dem Erlebnis, welches Fahrgäste im Innenraum wahrnehmen werden.

Das heißt am Ende also ganz konkret: Die Zukunft der Mobilität entsteht nicht allein auf der Straße oder der Schiene, sondern im Zusammenspiel von Mensch, Raum und Erlebnis. Wir bei der IntPro-Group glauben an Innenräume, die Vertrauen schaffen, Orientierung geben und Menschen willkommen heißen. Deshalb beraten, vertreten und handeln wir mit Leidenschaft für Lösungen, die Busse und Bahnen attraktiver machen und so einen nachhaltigen Beitrag zur Mobilität von morgen leisten. Denn wir sind überzeugt: Mobilität verbindet Menschen und ein attraktiver Innenraum macht diese Verbindung täglich spürbar.
Benjamin Zwack: Vielen Dank für unser Gespräch!
P.S.: André Schuster steht gerne für Rückfragen und einen persönlichen Austausch zur Verfügung – telefonisch, per E-Mail und via Linkedin. Seine Kontaktdaten lauten:
André Schuster
„wir beraten, vertreten & handeln mit Leidenschaft“
T +49 521 1639305 1
L linkedin.com/in/andré-schuster-intpro/
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W www.IntPro-mobility.com
