Benjamin Zwack als Gastdozent bei der Ringvorlesung „Wer nicht denken will, fliegt raus.“

Wie schön, dass Benjamin Zwack bei uns sein konnte und uns mitnahm auf seine Erkundungstour durch partizipativen Tourismus. Anstöße auch für vernachlässigte soziale und politische Aufgaben und warum nicht Universität unter katastrophalen Bedingungen als Albergo Diffuso neu denken?“, schrieb Prof. Dr. Jürgen Schulz in seiner Nachbetrachtung eines besonderen Tages, der sich mit zahlreichen Studierenden der drei Berliner Universitäten – Humboldt-Universität zu Berlin, Universität der Künste und Technische Universität Berlin – den „Verlockungen der Eindeutigkeit“ erfolgreich widersetzte.

Unter dem Titel „Tourismus (neu) denken“ gab es von Benjamin Zwack einen Überblick über die vielfältigen Herausforderungen und offenen Widersprüche, die der organisierte Tourismus derzeit vielerorts mit sich bringt.

Demgegenüber steht der Begriff der hospitality, der echten Gastfreundschaft, die mit mehr Partizipation, Kommunikation und Beziehung zwischen denen, die da sind und denen, die in eine Destination (zeitweilig) kommen, zur Klärung von drei wesentlichen Fragen beitragen könnte:

  • Wer entscheidet im und für den Tourismus?

  • Wer profitiert von ihm?

  • Wer trägt die Folgen des Tourismus?

Dementsprechend sollten wir nicht der Versuchung erliegen, eine touristische Destination als schlichtes Produkt zu verstehen. Es ist vielmehr eine umfangreiche, komplexe Vereinbarung auf Zeit zwischen ganz unterschiedlichen Anspruchsgruppen.

Oder anders formuliert: Der Tourismus beherrscht die Kommunikation über Orte.
Er muss die Kommunikation innerhalb eines Ortes aber häufig noch lernen.
In Räumen, die dazu einladen. Und mit Hilfe von Angeboten, die Gäste und Einheimische gleichermaßen ansprechen.

Erst wenn aus Akzeptanz aktive Partizipation und aus Wertschöpfung eine grundsätzliche Beziehungsqualität geworden ist, kann der Tourismus tatsächlich einen Beitrag zur zukünftigen Entwicklung einer Region leisten. Ein langer, kein einfacher Weg!

Ein herzliches Dankeschön für die Möglichkeit, an dieser Ringvorlesung teilzunehmen und meine Thesen intensiv mit den Studierenden zu diskutieren. Von solchen Veranstaltungen wünscht man sich nur eins – eine Fortsetzung.